Pusterice

2016: 10 Jahre PIC

Das ist doch ein würdiger Anlass, dass wir uns trafen; wir, die wir den Club gegründet und aufgebaut hatten. Unsere Aufgabe war es, ein paar Zeilen über unsere damalige Tätigkeit zu schreiben und heraus kam ein fantastischer Abend unter Freunden. Wenn uns anfänglich nur wenige Dinge einfielen, schwelgten wir schon bald in alten Erinnerungen.

Beginnen wir mit den ersten Diskussionen, die wir führten, um uns vom H.C. Toblach loszulösen. Eiskunstlauf in Toblach konnte bereits damals auf eine zwanzigjährige Erfahrung zurückblicken und wir wollten dieser Sportart, das Gewicht verleihen, das sie sich verdiente und in weiteren Ortschaften des Pustertals einführen. Der Name PUSTER ICE war rasch gefunden. Er umfasst das ganze Tal und beide Sprachgruppen und war (ist) die Botschaft an alle, mitzumachen. Die einzige Voraussetzung ist: Interesse für diese wunderbare Disziplin. Dann suchten wir noch ein Logo und die Farben des Vereins. Wer weiß, wie wir dies gefunden haben, aber bestimmt haben wir das Beste aller möglichen gewählt.

Was wir dann so alles gemacht haben?

Zwei Vorführungen im Jahr, bei denen Eltern ihre kleinen Stars bewundern konnten, ausgezeichnet mit Diplom und kleinen Geschenken; das alljährliche Faschingsfest, bei dem alle Kinder vom Dorf teilnahmen; Vereinsausflüge; Abendessen mit Glückstopf; die Kalender mit unseren Athleten; Vorführungen mit Gastauftritten von renommierten Athletinnen; sogar ein ganzes Musical auf dem Eis! Silvester und sonstige Feste haben wir gemeinsam gefeiert.

Zweimal haben wir die Eiskunstlaufvorführung „Stars on Ice“ mit den wirklich Großen dieser Sportart, wie Philippe Candeloro, Silvia Fontana, Karel Zelenka, Samuel Contesti, Josef Sabovcik, der Artist Jason Graetz und viele mehr, eingeladen. Unsere Mädchen eröffneten den Abend. Was für eine Aufregung und was für schöne Erinnerungen! Aber eine Fehlinvestition, die unsere Vereinskasse sehr belastete.

Alle zwei Jahre findet in Toblach im Rahmen des Dorffestes ein historischer Umzug mit Ross und Wagen statt. Der PusterIce Club hatte das Thema „Schulpflicht bei Kaiserin Maria Theresia“. Wir bauten ein Klassenzimmer auf Rädern, liehen uns im Innsbrucker Landestheater Kostüme für Lehrer und Schüler aus – und schon waren wir dabei. Drei Tage lang verkauften wir Würstel und Koteletts mitsamt Beilagen und Bier um die Vereinskasse wieder aufzubessern.

Was haben wir nicht alles gemacht, für das liebe Geld: ein Jazz Matinee, Keksverkauf in der Adventszeit, Straubenverkauf in der Weihnachtszeit und noch vieles mehr.

Könnt ihr euch noch an das Sommertraining erinnern? War fast wie eine Ganztagsschule mit 4-5 Stunden Eis täglich, dazwischen Ballett mit Danuta oder Gymnastik und das Mittagessen wurde im Brunecker Freibad genossen.

Und die Fahrt nach Turin zu den Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf? Franzi organisierte den Bus und das Hotel, Renato besorgte die Eintrittskarten, Titti einen Stadtrundgang und die Mädels malten eine Fahne für Carolina Kostner.

Und die gemeinsamen Wanderungen? Und das Eislaufen auf den gefrorenen Seen? Apropos! Wisst ihr noch, dass Eugenia Werbespots für zwei Handy Marken gedreht hat? Einmal auf dem gefrorenen Dürrensee und einen auf dem Toblacher See.

Ach ja! Und wer war das noch, die mit dem verkehrt herum angezogenen Kleid eine ausgezeichnete Platzierung erzielt? Und das Mädchen, das die Schlittschuhe vergessen hatte und mit den Leihschuhen den Wettkampf gewann?

Es gab Höhen und Tiefen, Geld das kam und wieder weg war, Trainer, die kamen und gingen, Athleten, die anfingen und doch nicht weitermachten, andere wiederum erkannten ihre Leidenschaft. Alles war immer im Wandel. Doch die Begeisterung für diesen Sport blieb.

Nun, wenn wir anfangs nicht so recht wussten, was wir alles erzählen könnten, sollten wir jetzt doch Schluss machen um nicht zu viele Seiten des Vereinsheftes mit unseren Schwärmereien auszufüllen.

Die gemeinsam verbrachte Zeit, bei den Wettkämpfen und Ausflügen und allen anderen Unternehmungen und die Liebe für den Eiskunstlauf schmiedete unsere Freundschaft zusammen, sowie der Stolz, diesen Club gegründet zu haben und trotz der vielen Schwierigkeiten diesen wunderschönen Sport im Tal gefördert zu haben!